von Michael Reimer

Wir werden alle sterben!!!

Es muss diese Art von Alarmismus sein, der Politiker mit zweifelhafter Bodenhaftung antreibt. Er führt dazu, dass Technologien, von denen zweifelsfrei eine gewisse Gefährdung ausgeht, schlicht verteufelt werden. Vornehmlich die von technischem Sachverstand unvorbelasteten Empörungsbürger geraten regelmäßig in Hysterie, wenn Begriffe wie Atomkraft oder Gentechnik fallen. Diese Ausdrücke verkörpern das pure Böse, sind Inkarnationen des Todes und der Abscheu, daher verbietet sich so etwas wie die Analyse eines Restrisikos. Es gibt Dinge, die gelten manchen Menschen als indiskutabel, daher ist schon allein das versuchte Streitgespräch über einen möglichen Nutzen der Anwendung dieser Fertigkeiten ein Affront und ein versuchter Angriff auf die Unversehrtheit der Mitmenschen, welcher zum sofortigen Ende der Debatte berechtigt.

Diese Schlagworte der Apokalypse sind nun um ein weiteres ergänzt worden, nämlich „Diesel“! Ursprünglich hauptsächlich in LKW und Bussen verwendet, wurde der Diesel niedriger besteuert als Benzin, um die Wirtschaft zu schonen. Die Dieselmotoren in PKW zeichneten sich in früheren Tagen in erster Linie durch die Abwesenheit von Laufkultur und Leistung aus und waren nicht sehr beliebt und verbreitet. Sparsame Kunden konnten den Dieselfahrzeugen aber etwas abgewinnen und der technische Fortschritt machte die Aggregate immer besser. Laufkultur, Leistung und Verbrauch wurden beständig optimiert und machten den Selbstzünder dem Ottomotor ebenbürtig. Die Deutschen begannen den drehmomentstarken und genügsamen Diesel zu lieben, der in seiner modernen Ausprägung mit Katalysatoren und Feinstfiltern auch den Ruch den Umweltrüpels loswerden konnte. Der Partikelfilter und der im Vergleich zum Benziner geringere CO2-Ausstoß, machten den modernen Selbstzünder aus deutscher Produktion zum Musterknaben.

Was braucht es, um eine solche Erfolgsgeschichte jäh zu beenden und den Diesel zum Umwelt-Sündenbock zu machen, der vorgeblich gnadenlos die schwächsten unter unseren Lieben (nämlich Frauen, Kinder und Senioren) durch grausame Krankheiten tötet? Es sind fünf Dinge, die notwendig waren, um die heutige Situation herbeizuführen:

  1. Ein willkürlicher und unrealistischer Grenzwert, der für NO2 keine 5% der derzeit gültigen maximalen Belastung am Arbeitsplatz (!) betragen darf
  2. Eine hanebüchene Studie, welche Tausende Todesfälle auf NOx-Belastung zurückführt und laut Pulmologen völlig haltlos ist
  3. Einen Abmahnverein, der sich in angeblicher Sorge um die Volksgesundheit durch das Einklagen von Fahrverboten gesundstößt (und der pikanterweise bis vor Kurzem Gelder von einem japanischen Fahrzeughersteller erhielt)
  4. (Vorsätzlich?) falsch positionierte Messstationen
  5. Politiker, denen der Schutz von Investitionen der Bürger grundsätzlich zweitrangig erscheint und die womöglich noch eine unverhohlene Freude über die Teilenteignung der zu Umweltsündern etikettierten Dieselbesitzer empfinden

Welch ein Segen ist es, dass sich nun Wissenschaftler zu Wort melden, welche das Ausmaß der Scharlatanerie in dieser Affäre offenlegen. Es sind zumeist Lungenfachärzte, die in einem gemeinsamen Papier führender pneumologischer Institute zu dem Schluss kommen, dass sie derzeit „keine wissenschaftliche Begründung für die aktuellen Grenzwerte für Feinstaub und NOx“ sehen.

Die Tragweite das ganzen Diesel-Wahnsinns muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: es werden mal wieder Milliarden Euro der Bürger vernichtet und eine deutsche Schlüsselindustrie diskreditiert für NICHTS! Wir blicken angewidert auf dieses wiederholte Regierungsversagen!