FAKTENPAPIER Diesel und NOx

Die LKR beteiligt sich an öffentlichen Diskussionen auf Faktenbasis. Wer Zukunft gestalten will, muss sich mit seinen Entscheidungen an Fakten orientieren. Pure Meinungen, insbesondere unbegründete, sind ein schlechter Ratgeber.

Stickoxide:

Das Umweltbundesamt hat der LKR detaillierte Daten aus dem Zeitraum 1990-2016 überlassen. Diese wurden analysiert und grafisch dargestellt:

Stickoxid Ausstoß Deutschland 1990-2016. Quelle Umweltbundesamt

1990 noch gut erkennbar: der Fahrzeugbereich (kariert grün+lila) dominiert den Stickoxidausstoß.

2016 sieht die Sache anders aus: der LKW Bereich (lila kariert, inkl. Busse und Lieferservice) verursacht den gleichen Ausstoß, der auch aus der Industrie kommt. Zudem verzeichnet er einen starken Rückgang. Hier kommt zum Tragen, dass LKW’s schneller von den Strassen wieder verschwinden und ins Ausland verkauft werden. Der Generationenwechsel geht deutlich schneller als bei den PKW’s.

Interessant wird es im PKW Bereich (grün kariert), der in 2016 die gleiche Größenordnung wie die Stromkraftwerke einnimmt. Irgendwo muss auch der E-Auto-Ladestrom herkommen. Das bedeutet allerdings, dass jedes E-Auto den gleichen NO2 Ausstoß hat wie die Diesel Euro 3+4+5. Dieser NO2 Ausstoß geschieht nur an einem anderen Ort, eben nicht mehr in der Stadt. Was wird sein, wenn die Euro 6 Autos zunehmend auf die Strasse kommen. Deren NO2 Abgaswerte liegen bei etwas weniger als 50% der heutigen Generationen.

Das Problem wird verlagert, nicht gelöst. Wem soll das denn helfen?

E-Auto-Strom ist keinen Deut besser als Diesel Euro 4+5

Die Diskussion muss wieder sachlich werden. Panikmache hilft niemandem, allenfalls den ausländischen Automobilherstellern, die im Moment eine breitere E-Auto-Palette haben. Wir reden aber über deutsche Arbeitsplätze.

LKR   8 Punkte Aktionsprogramm „Stickoxid“

  1. Die neuen Euro 6 Motoren sind gerade eben erst im Markt eingeführt. Sie sind in den Statistiken noch nicht erkennbar, werden aber zu etwa einer Halbierung der NO2 Werte führen. Sofern wir noch ein paar Jahre Geduld haben.
  2. Die E-Autos sind nicht die Lösung, sondern nur ein Zwischenschritt. der deutsche Strommix hat keine besseren NO2 Werte wie die derzeitigen Autos auf der Strasse. Wir machen uns da was vor und setzen auf das falsche Pferd. Zudem ist das Stromnetz in Deutschland nicht auf die rechnerisch doppelte Last hin ausgelegt. Hier brauchen wir massive Investitionen, um den Strom ersteinmal in die Ladestationen zu bekommen.
  3. Förderung der Wasserstoff Technologie, hier sind wir führend und haben alles einschlafen lassen. Das muss sich wieder ändern.
  4. Der Stickoxid Ausstoß zB in der Luftfahrt hat massiv zugenommen statt abgenommen (+80 bzw +120%). Es müssen einhaltbare (!) Ziel­werte „Stickoxid“ in allen Bereichen vereinbart werden. Es ist sinnlos, immer nur einem Verursacher hinterherzurennen.
  5. Über die Diskussion „Stickoxid“ darf die Diskussion „CO2“ als das eigentliche „Klimagas“ nicht vergessen werden. Wobei wir wieder beim Diesel sind, dem effizientesten CO2-Aggregat. Das ist immer noch weit besser als die Kohlekraftwerke, die die E-Autos füttern.
  6. Wenn wir tatsächlich die Energiewende wollen, müssen wir das auch tun. Dann aber konsequent und mit einer umfassenden Strategie. Kohle- und Atomstrom soll durch was denn ersetzt werden? Wer macht was bis wann? Oder doch lieber Kohle- und Atomstrom aus Frankreich oder Tschechien kaufen?

Lieber Kohle- und Atomstrom aus Frankreich ?

7. Schadstoffe in der Luft. Ja natürlich gilt hier: am Liebsten keine. Das ist heute aber noch nicht möglich. Niemand in der EU hat da ein Problem. Nur die Deutschen verteufeln ihre eigene Industrie, weil sie nicht so schnell ist, wie man gerne hätte. UNd in sachen Umwelttechnik sind wir tatsächlich führend. Unsere zu Schleuderpreisen verkauften alten Diesel fahren nun in Südost-Europa – problemfrei !?

8. Reduzierung der Lebenszeit, das Totschlag Argument schlechthin: Nach Berechnungen des Umwelt­bundes­amtes gehen in der Gesamtbevölkerung 50.000 Lebensjahre durch Stickoxid „verloren“. Das sind umgerechnet 5,3 Stunden im Laufe eines Lebens. Damit kann ich mal leben. Ob ich mit hoffentlich 82 Jahren an einem Vor- oder Nachmittag gehen muss, wird nicht entscheidend sein. Was ich bis dahin „nicht aus der Welt geschafft“ habe, werde ich in den paar Stunden auch nicht mehr bereinigen können. Reine Panikmache also.